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100-Artikelportale – Artikelverzeichnis auf Abo Basis

Vor ein paar Tagen bin ich über den Artikel von Frank Doerr auf ein recht interessantes Angebot gestoßen. Das kostenpflichtige Angebot ist ein Netzwerk, welches komplett aus Artikelverzeichnissen besteht. Geworben wird mit relativ interessanten Zahlen. So beinhaltet das Netzwerk 50 unterschiedliche IPs aus 41 verschiedenen C Class Blöcken. Zudem sind nur maximal 100 exklusive Accounts verfügbar also ist das Angebot nur für eine begrenzte Anzahl an Kunden möglich. Hierfür wird eine monatliche Pauschale von 49 Euro fällig. Da werden natürlich jetzt einigen schlucken und andere wiederum schimpfen.

Kostenpflichtige Artikelverzeichnisse?

Der Großteil der im Internet zu finden AVZ sind in der Regel kostenlos. Einige wenige erheben eine Art Registrierungsgebühr andere wollen für jeden Artikel einen bestimmten Betrag. Das bekannte Problem bei Artikelverzeichnissen ist, das diese meistens genauso schnell wieder verschwunden sind, wie sie aufgetaucht sind. Für Webmaster, SEOs und Autoren kann dies unter Umständen, schnell zum Problem führen denn im schlimmsten Falle, brechen da ein paar wichtige bzw. mühsam aufgebaute Links weg. Was sich entsprechend auf die Rankings auswirken dürfte. Wer seine Artikel nicht noch gesichert hat, ist diese ebenfalls los. Ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch einiges an Geld gekostet haben. Das Risiko hat man selbstverständlich bei allen AVZ und ist auch hinreichend bekannt.

Im englischsprachigen Raum hat man daher schon lange begonnen, solche kostenpflichtige AVZ aufzubauen. Manche sind sogar so gut, dass man nur mittels gute Beziehungen hineinkommt. Die Nachfrage wird da immer größer. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich solche AVZ, sehr schnell rentieren und der schnellste sowie sicherste Weg sind, kurzfristig neue Backlinks aufzubauen. In Deutschland scheint man mittlerweile dies auch verstanden zu haben. Zumindest gibt es bereits rein private AVZ und einige wenige kostenpflichtige AVZ. Solche Netzwerke machen definitiv Sinn und es besteht auch eine Nachfrage.

100 Artikelportale

100 Artikelportale

100 Artikelportale

100-Artikelportale.de gehört nun dazu und sind erst im März gestartet. Genutzt wird ausschließlich WordPress als CMS und sämtliche AVZ besitzen bereits eine anschauliche Menge an Artikeln. Bevor man aber loslegen darf, bekommt man seine Zugangsdaten. Diese müssen für jeden einzelnen Blog eingegeben werden. Eine zentrale Anlaufstelle, wo die Artikel verteilt werden könnten, ist nicht vorhanden. Die Artikel müssen mindestens aus 245 Wörtern bestehen und dürfen maximal 3 Links enthalten. Die Prüfung geschieht automatisch, entspricht ein Artikel nicht den Anforderungen, kann dieser nicht publiziert werden.Dafür hat man sehr viel Freiraum bei seinen Artikeln und für das Freischalten ist man selbst verantwortlich. Im Prinzip ist man ein Autor mit allen notwendigen Rechten, welche aber nur die eigenen Postings betreffen.

Laut dem Betreiber werden natürlich auch Artikel geprüft und die vorgegebenen Regeln, sind strikt einzuhalten. Es gibt auch keine Begrenzung bei der Artikelanzahl, die man im Monat publizieren kann. Eigentlich gibt es überhaupt wenig Limitierungen. Man kann direkt loslegen und sofort mit seinem Linkaufbau beginnen. Das ist natürlich ein sehr schöner Anreiz, vor allem da alles so unkompliziert und reibungslos abläuft. Wer also kurzfristig schnell neue Backlinks besorgen bzw. die Domain oder IP Popularität aufbauen muss, darf sich über die einfache Handhabung freuen. Das funktioniert alles schnörkellos und über die Erreichbarkeit kann ich auch nicht meckern. Doch leider gibt es auch Grund zur Kritik.

Problematisch

Zum einen wäre da das Alter der vorhandenen Domains, diese sind nämlich allesamt neu. Das bedeutet natürlich auch, dass die Backlinks aus diesen AVZ nicht besonders ziehen. Soweit kein Problem denn mit stetem Linkaufbau hat man in ein paar Monaten wahrscheinlich schon einiges bewirkt. Der Anbieter wirbt auch damit, dass nicht nur die Domains der Artikelverzeichnisse mit Links versorgt werden, sondern auch die Artikel selber. Wäre natürlich ein toller Service, wenn man sich beispielsweise noch nicht einmal um das Bookmarking der Artikel kümmern braucht. Ich habe dann mehrere Backlink Checks von Domains und Artikeln gemacht und bin zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis gekommen.

Bei meinen Stichproben bin ich lediglich auf Backlinks gestoßen, die aus RSS Verzeichnissen stammen und auf die Domain bzw. Startseite verlinken. Hin und wieder mal ein Link aus einem anderen Blog oder AVZ aber die Menge war schon arg gering. Mehr als 5-6 Backlinks konnte ich da beim besten Willen nicht entdecken. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass man momentan massiv neue Backlinks aufbaut. Die AVZ sind natürlich neu, das darf man nicht vergessen aber innerhalb 3-4 Monaten sollte man schon ein paar Links mehr aufgebaut haben. Sicherlich wäre es auch nicht verkehrt, sich ein paar Expired Domains zu sichern und diese in das Netzwerk zu integrieren. Wenn diese dann auch erfolgreich reanimiert wurden, stellen diese nicht nur eine Bereicherung für das Netzwerk dar, sondern dürften auch zusätzliche Kunden anlocken. Sofern diese Domains auch ein gewisses Alter und PR aufweisen. Auf Letzteres wird ja immer noch viel Wert gelegt.

Was mich ebenfalls gestört oder besser gesagt gewundert hat, war der Umstand, dass man spielend leicht an die komplette Domainliste vom AVZ-Netzwerk herankommt. Auf der Angebotsseite einfach eine E-Mail Adresse angeben und sofort hat man Zugriff auf das PDF-Dokument, welches die komplette Liste enthält. Ich persönlich sehe das als problematisch an denn für die Konkurrenz ist es somit ein leichtes, das ganze Netzwerk auffliegen zu lassen. Oder zumindest den Linkaufbau eines Mitbewerbers dadurch zu stören. Das wäre mir persönlich zu riskant und sollte besser anders gehandhabt werden.

Fazit – Licht und Schatten

Ein super unkomplizierter Ablauf und kinderleichtes Handling, sehr viel Freiraum bei den jeweiligen Artikelverzeichnissen und auch die Gewissheit, dass nicht jeder an diese Links bzw. Netzwerk teilnehmen kann. Außerdem Zugriff auf gut 50 AVZ mit entsprechend vielen unterschiedlichen IPs. Dem gegenüber, stehen die sehr niedrige Anzahl der Backlinks, die die Domains aufweisen und auch deren Alter ist für einige bestimmt ein Grund zur Diskussion. Das Alter ist ein reines Zeitproblem, ergibt also von selber. Mithilfe von Peew spürt man notfalls ein paar Expired auf, das ist auch kein Problem. Auf jeden Fall muss der Linkaufbau weiter vorangetrieben werden und einige ältere Domains sollten ebenfalls das Portfolio bereichern. Was da momentan vorhanden ist, reicht noch nicht wirklich aus und dürfte ganz bestimmt so manchen Kunden abwinken lassen. Wäre es anders, könnte man sogar wahrscheinlich noch mehr Geld verlangen und es finden sich auch garantiert Abnehmer dafür. Sich im Moment alleine auf die Menge der IPs und C-Class Netze zu verlassen, wird vielen wohl eher nicht ausreichen.

Für 49 Euro im Monat (das Abo ist übrigens monatlich kündbar), kann man hier eine ganze Menge an Links aufbauen. Nur sind die, mal grob gesagt, “noch” nicht so viel wert. Im Moment steht da nur die pure Masse an Links inklusive der IPs und C Class Netze im Raum. Das kann sich aber alles in wenigen Monaten schon komplett geändert haben, wenn der Linkaufbau auch vorangetrieben wird. Im Moment sieht es aber doch etwas mager aus. Ansonsten stimmt soweit aber alles. Ob sich kostenpflichtige Artikelverzeichnisse in Deutscland durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

Ein Kommentar zu 100-Artikelportale – Artikelverzeichnis auf Abo Basis

  • MIke Finn sagt:

    Hallo,

    danke für den Beitrag. Habe mich auch schon für den Service interessiert. Allerdings schreckt dein Bericht nun zunächst etwas ab.

    Sollte man also noch zuwarten? Das Problem ist aber doch immer da gleiche. Auch hier könnte der Anbieter ja irgendwann vom Markt verschwinden. Klar eher nicht wahrscheinlich. Zumindestens sollte man davon ausgehen, dass ein bezahlter Dienst eher am Markt verbleibt. Fair ist ja auch dass man jederzeit Kündigen kann, und die Artikel trotzdem in den Blogs verbleiben.

    Aber eines sollte man doch mit der Teilnamhme an den Servie erreichen: Die Sichtbarkeit der eigenen Seite müsste doch aufjedenfall steigen?

    Viele Grüße

    Mike Finn