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Multi SEO tauglich – die WordPress Mediathek

In zahlreichen SEO Blogs werden gerne unterschiedliche CMS auf ihre SEO Tauglichkeit geprüft, was ich oftmals für ziemlich witzlos halte. Vor allem dann, wenn hilfreiche Funktionen und Eigenschaften eines CMS überhaupt nicht wirklich bekannt sind. WordPress besitzt solch eine Funktion die bisher nirgends in diesem Zusammenhang erwähnt wurde und mit der man mit relativ wenig Aufwand, viel erreichen kann. Es handelt sich hierbei um die Mediathek.

Mediathek – vielseitig

Die Mediathek von WordPress ist eigentlich als Verwaltung von Medien wie Bilder gedacht aber bietet, richtig eingestellt und genutzt, wesentlich mehr als man ahnen könnte. So ist es beispielsweise möglich, aus einem Bild eine eigenständige Seite zu generieren und mit Content zu befüllen. Genau das mache ich seit Beginn dieses Blogs und in einigen anderen WordPress Projekten. Mit der Zeit ergaben sich dadurch einige nicht zu unterschätzende Vorteile, welche ich hier auch beschreiben werde.

Mediathek einstellen

WordPress Mediathek

WordPress Mediathek

Um die Mediathek quasi als Seiten Generator zu nutzen, muss auf Plug-ins wie Lightbox2 oder Thickbox verzichtet werden, was sicherlich für den ein oder anderen als Nachteil angesehen wird.

Ohne ein solches Plug-in werden die Bilder im eigenen Tab geöffnet bzw. in eine neue Seite generiert. Die Ausgabe der Bilder kann zudem definiert werden, sodass sich das Bild oder Video der Seitenbreite genau anpasst. Um dies in der Mediathek einzustellen, wählt man in WordPress unter Einstellungen -> Mediathek. Dort können auch die Thumbnails definiert werden, welche in den Artikeln angezeigt werden.

 

Mediathek einsetzen

Ein Vorteil der Mediathek und diese Art von Seitengenerierung ist, dass man den Content auch noch nachträglich hinzufügen kann, was sich in manchen Fällen auszahlen kann. Auf diesen Punkt komme ich gleich nochmals zurück.

Die Einstellungen, welche man für jedes Bild vornehmen kann, sind schnell erklärt. Der Titel macht dass was er eben machen soll, eben als Titel auf der generierten Seite herhalten. Der Titel befindet sich dabei stets direkt über dem Bild, der Content immer unter dem Bild. Zumindest solange man dies nicht via CSS pder PHP neu programmiert. Ich habe es bis dato nicht verändert und fahre ganz gut damit. Für Bilder SEOs ist das natürlich eine vorteilhafte Sache. Die Option "Beschreibung" ist in der Mediathek zweimal vorhanden. Die erste Beschreibung ist der Alt Text vom Bild, in dem zweiten Punkt "Beschreibung", kann der Content eingegeben werden. Hier sind auch HTML Tags möglich, ein CTA-Button lässt sich beispielsweise ebenfalls kinderleicht einbauen. Damit eignen sich diese Seiten, mit ein paar Einschränkungen, auch als kleinere Landing Pages. Wurde alles ausgefüllt und gespeichert, ist die neue und zusätzliche Seite fertig. Aufgerufen kann diese Seite  über das entsprechende Thumbnail, welcher im Artikel verwendet wurde. Natürlich kann man diese Seite auch in allen anderen Artikeln oder statischen Seiten einsetzen oder verlinken. Alles ist in der Mediathek gespeichert, veränderbar und jederzeit abrufbar.

Anwendungsszenarien und Vorteile

Wer ein wenig Bilder SEO betreibt, erhält hier ein paar wirklich gute Vorteile. Ein Großteil meiner Bilder sind in der Google Bildersuche dadurch besser im Ranking positioniert. Mit Webseiten Labor habe ich es von Anfang an im Kleinen probiert und es funktioniert für mich ausgezeichnet. Zudem kann es vorkommen, dass diese generierte Seite in der organischen Suche ziemlich gut rankt. Dies ist nicht bei jeder Seite der Fall aber es eröffnet eine weitere Option beim Optimieren einzelner Artikel. Rund 100 Wörter reichen schon für eine solch generierte Seite locker aus, man kann auch mehr machen, es gibt hier keine Begrenzung seitens der Mediathek.

Wer einen etwas ausführlichen Artikel schreibt, kann hier gewisse Teile quasi auslagern und sich somit auf den eigentlichen Kern konzentrieren. Detaillierte Beschreibungen oder Erklärungen lassen sich bequem auf diese Bilderseiten unterbringen. Selbstverständlich profitieren eben diese Seiten auch von externen Links, welche der Artikel erhält. Zudem erschafft man nicht nur neue relevante Seiten, die genauso schnell in den Suchmaschinenindex gelangen wie der eigentliche Artikel, sondern dies hat hier auch ein wenig Einfluss auf mögliche Sitelinks von Google. Es ist ziemlich auffallend, wie oft Artikel mit 2-3 generierten Bilderseiten in den Webmaster Tools für die Sitelinks vorgeschlagen werden. Schöner Nebeneffekt.

Wer diese Bilderseiten verwendet, sollte aber auch auf die Verlinkung zum ursprünglichen Artikel achten. Landet ein Besucher auf dieser Seite, muss diese entsprechend weiter geleitet werden. Wer ein wenig mitdenkt, kann hier wunderbar zusätzliche Keyword Kombination einsetzen mit denen man sich den Nischentraffic abgreift. Die Verlinkung von der generierten Seite zum Artikel habe ich durch die Standard Verlinkung von WordPress gelöst, indem schlicht der letzte Artikel verlinkt wird und das ist eben immer der ursprüngliche Artikel.

Wie ich bereits schon erwähnte, erhält man weitere Möglichkeiten zur Optimierung, was man auch nutzen sollte. Affiliates können natürlich auch gleich einen passenden Affiliate Link oder gar einen Call-to-Action Button einbauen. Ein wenig Text, eine kleine übersichtliche Tabelle (auch das geht) mit Funktionsangaben und fertig ist die Affiliate Seite. Ebenfalls lässt sich jederzeit eine Presell Page oder Linktausch bzw. Linkverkauf betreiben, ohne das man den ursprünglichen Artikel damit belastet. Die Mediathek erlaubt, wie bereits erwähnt, ein nachträgliches Editieren dieser Seiten. Bilder, die also bisher nicht mit Text ausgestattet wurden, können beispielsweise hierfür verwendet werden. Handelt es sich dabei um einen stark verlinkten Artikel, profitiert hier die neue Seite ebenfalls von.

Fazit

Der Aufwand ist hier als sehr gering zu bezeichnen und wer diese Mühe nicht scheut, wird auch belohnt und eröffnet sich zahlreiche neue Möglichkeiten. Außerdem wirken sich solche Seiten auch auf die Seitenimpressionen, Linkstruktur, Besucherzeit und dergleichen mehr aus. Nachteilig ist der Verzicht auf ein Plug-in, welches beispielsweise die Bilder zoomt und nicht jeder Besucher wird diese Art von Bildanzeige mögen. Vor allem dann nicht, wenn da nur das Bild ohne weiterführende Informationen präsentiert wird. Von daher sind ein paar Zeilen Text sicherlich nicht verkehrt. Die Mediathek ist in meinen Augen ein gutes Feature von WordPress, welche allerdings noch ein wenig verbesserungswürdig ist. Mir fehlen nämlich noch Tags bzw. die Option diese einzugeben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

7 Kommentare zu Multi SEO tauglich – die WordPress Mediathek

  • Petra H. sagt:

    Moin,

    wunderbar, ich habe mich gerade für meinen Startup Blog mit der Frage rumgeschlagen, ob ich die Mediathek so nutze oder verändern möchte. Entscheidung gefallen, ich werde mal sehen, ob ich all die Dinge so umsetzen kann, die hier genannt werden.

    Danke für die Tipps!!! Kamen halt zur rechten Zeit :)

    LG
    Petra

  • Schnurpsel sagt:

    Genau, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Frühr habe ich Bilder im Artikel direkt verlinkt, seit einiger Zeit gehe ich dazu über, diese WP-Attachment-Seite zu verlinken. Da hat sich im Ranking schon einiges verbessert. Zudem landen jetzt auch meine kleinen Vorschaubilder im Bilderindex.

    Auch positiv, der Permalink zu der Bilderseite setzt sich aus dem verlinkenden Artikeln und dem Dateinamen des Bildes zusammen. Da kann man bei geschickter Wahl einiges mit Keywords in der URL machen. :-)

  • Andreas sagt:

    @Schnurpsel

    Das mit dem Permalink ist natürlich ein netter Nebeneffekt aber ich konnte da beim besten Willen sonst keine echten Vorteile nachvollziehen. Ich weiss aber auch nicht, ob dies irgendeine Bedeutung für die Bildersuche von Google hat.

  • Schnurpsel sagt:

    Ist eher so ein Gefühl, daß die zusammengesetzte Keyword-URL sich positiv auswirkt. Ich hatte das zumindest bei einigen Bildern beobachtet, muß aber nicht daran gelegen haben.

    Im tagseoblog nennt Martin in den Bildersuche-Basics die Keywords in der Seiten-URL zumindest als hilfreich:

    „3. Hilfreich: Mehrfachverwendung des Bildes (Hotlinks) und keyword im Seitentitel (inkl. URL)“

  • Andreas sagt:

    Ah genau, Du hast recht, ich erinnere mich an diesen Artikel. Müsste ich mal in Zukunft genauer austesten, ob das irgendeine Wirkung hat.

  • Peter sagt:

    Hallo,

    wie konntest du WordPress denn den Canonical-Tag auf der Attachment-Seite austreiben? Standardmäßig zeigt der seit WP 2.9 immer auf die Bilddatei im Anhang und nicht auf die Attachment-Seite.

    Suche seit einer Ewigkeit danach aber finde leider keine Lösung, dies ebenfalls auf die Attachment-Seite anstatt den Anhang direkt zu „linken“.

  • Andreas sagt:

    Hallo Peter,

    Versuch mal folgendes: Einstellungen -> Mediathek und dann das Häkchen bei „Versuche automatisch alle Klartext-URLs einzubinden“ setzen. Bin mir aber nicht ganz sicher aber das ist meine Einstellung und der Rest erledigt halt wpSeo.