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Ohne Page Rank endlich Platz für bessere Alternativen?

Der einzige wirklich verlässliche Page Rank Update zu Silvester blieb aus. Somit dürfte klar sein, Google gibt den Page Rank scheinbar endgültig auf. Was für andere eine kleine Katastrophe darstellt, lässt andere wiederum aufatmen denn nun ist endlich Platz für Alternativen, die tatsächlich eine Relevanz und vor allem auch Sinn ergeben. Nur welche wären das?

Zur Auswahl gibt es einige aber alle haben ihre Vor- und Nachteile, ob diese nun einen verbindlichen Standard erzeugen können, sei mal dahingestellt. Es gilt nicht nur eine Lösung für Domains zu finden, auch Unterseiten müssen für sich berücksichtigt werden. Idealerweise verlässt man sich nicht mehr alleine auf Google und Konsorten, sondern sorgt für einen von allen Seiten anerkannten Standard. Damit gewinnt man Unabhängigkeit, was nicht zu unterschätzen ist.

Domainsichtbarkeit oder Sichtbarkeitsindex

Sichtbarkeitsindex

Sichtbarkeitsindex

Zahlreiche SEO und Analyse Tools ermitteln eine Domainsichtbarkeit oder Sichtbarkeitsindex. Hierzu werden unterschiedliche Faktoren einer Seite herangezogen, berechnet und der daraus resultierende Wert lässt eine Schlussfolgerung über die Gewichtung einer Domain zu. Problem hierbei, jeder kocht sein eigenes Süppchen und dementsprechend hat dies unterschiedliche Angaben zufolge. Zwischen den SEO-Tools gibt es bereits jetzt schon eine sichtbare Diskrepanz, was alles andere als hilfreich ist. Wenn hier alle an einem Strang ziehen würden, wäre schnell viel erreicht. Damit ist leider nicht wirklich zu rechnen, obwohl es eigentlich die Gelegenheit für die SEO-Branche darstellt, gemeinsam einen ernst zu nehmenden Standard zu verabschieden. Quasi eine Art Industrie Standard oder DIN Norm. Das würde der Branche sicherlich endlich mehr Seriosität einbringen und wäre aus meiner Sicht auch ein wichtiges Zeichen nach außen hin. Doch davon liest oder hört man bisher rein gar nichts. Möglicherweise passiert auf der anstehenden SEO Campixx etwas in der Richtung. Die Option Sichtbarkeitsindex halte ich persönlich am sinnvollsten, vor allem da hier einiges bereits vorhanden ist und Beachtung findet. Es fehlt eben ein gemeinsamer Standard.

Anzahl der Backlinks

Eine gezielte Auswertung von Backlinks, welche auf Qualität sowie Quantität zulässt, wäre eine weitere Option. Hier stehen hingegen ebenfalls Probleme in naher Zukunft an. Das Ermitteln von Backlinks wird in absehbarer Zeit nicht für alle machbar sein, zumindest nicht vollständig. Zudem dürfte dies recht aufwendig und somit kostspielig werden da hier genauso einige Aspekte eine Rolle spielen. Das fängt an beim Follow/NoFollow und reicht hin bis zur ursprünglichen Linkquelle. Nicht zu vergessen wäre die einfache Möglichkeit, dass das Ganze leicht zu manipulieren ist (Linkkauf mit geringer Laufzeit und dergleichen mehr). Das stelle ich mir letztendlich sehr komplex und zeitintensiv vor. Nicht wirklich geeignet für einen neuen Standard.

Inhalte und Traffic

Anhand der Inhalte und des dadurch zustande kommenden Traffic ließe sich ebenfalls eine Wertung ableiten. Problematisch dürfte jedoch sich die Bewertung der Inhalte darstellen denn diese dürfte wohl sehr unterschiedlich ausfallen. Was der eine toll findet, ist für den anderen bereits ein alter Hut. Zudem ist auch in diesem Falle eine gezielte Manipulation möglich. Traffic kann ohne Probleme gekauft werden oder teilweise selbst fabriziert werden. Letzteres ist denkbar einfach, speziell Alexa lässt sich da sehr leicht beeinflussen. Eine halbwegs brauchbare Auswertung wäre meiner Meinung nach kaum machbar und dürfte ebenfalls extrem hohe Kosten verursachen. Also nicht wirklich brauchbar.

Google Analytics und Webmaster Tools

Sicherlich könnte man die Werte von Google Analytics sowie mittlerweile auch die Webmaster Tools heranziehen. Google Analytics wird schon zum Einschätzen von Werbemittel herangezogen. Kaum eine Webseite oder Blog, die nicht auf ihre „Hier werben“ -Seite, Angaben von Google Analytics verwendet. Immerhin gelten viele Werte von Analytics als sehr genau und genießen des Weiteren einen hohen Vertrauensbonus. Die Webmaster Tools hinken zeitlich dem Ganzen etwas hinterher. Die aktuellsten Zahlen sind in der Regel 1-2 Wochen alt, was nicht unbedingt optimal ist. Natürlich will niemand so sensible Daten offenbaren von daher wäre eine Berechnung aller Angaben die letztendlich einen Endwert ergeben, keine schlechte Lösung. Der Nachteil dabei ist, dass man wieder komplett abhängig von Google wäre und man vor allem dazu gezwungen würde, Google Analytics und die Webmaster Tools zu nutzen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass der Sichtbarkeitsindex oder die Domainsichtbarkeit Angabe eigentlich die beste Lösung darstellt. Viele wichtige Faktoren spielen bereits in der Berechnung eine wichtige Rolle und neue werden ebenfalls berücksichtigt (beispielsweise vom Social Web). Wenn die Anbieter von SEO Analyse Tools, hier auf einen gemeinsamen Nenner kommen würden, wären vielen bestimmt mit geholfen.

Sicherlich wäre dann daraus, auch aus finanzieller Sicht, etwas heraus zu holen ;-)

3 Kommentare zu Ohne Page Rank endlich Platz für bessere Alternativen?

  • webwork sagt:

    Naja, die Abhängigkeit von Google lässt sich ohnehin nicht vermeiden, solange G. Marktführer ist. Selbst wenn ein Konsens bzgl. eines Sichtbarkeitsindex gefunden würde, liefe letzten Endes doch wieder alles auf Google hinaus. Denn eigentlich geht es in erster Linie ja um die Sichtbarkeit dort.

  • Bernd sagt:

    Das wäre sicherlich ne gute Alternative – nur sprechen einige Punkte dagegen:
    Zum einen muss man Kunde eines Tool-Anbieters sein was mit mtl. Kosten verbunden ist.
    Das andere, viel größere Problem: Durch die fehlende Berechnung vieler Keywords – gerade in Nischenbereichen, erhält so ein Index 0 Aussagekraft. Selbst Domains die sogar zu wichtigeren Begriffen ranken, haben oft einen SVR-Wert oder Sichtbarkeitsindex von 0,001 oder ähnliches.
    Das heißt dass geschätzte 80 oder mehr Prozent der Domains einen Wert unter 1 haben und damit nichts bzw. sehr wenig anfangen können.