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Suchvolumen besser einschätzen

Gestern kamen beim Artikel zur Wise Seo Suite die ein oder andere Frage zum Suchvolumen. Für mich persönlich ist diese eine wichtige Angabe, ob und welches Keyword ich versuche zu optimiere. Entscheidend dabei ist aber nicht immer die große Menge an Suchvolumen. Hier spielen meistens mehrere Faktoren zusammen. Welche dies meiner Meinung nach sind und wie man mit den Zahlen des Suchvolumens besser umgehen kann, möchte mit diesem Artikel veranschaulichen.

Suchvolumen – was ist das?

Den wichtigsten Aspekt, den man sich hierbei unbedingt vor Augen halten sollte, man erhält niemals genaue Angaben zum Suchvolumen. Die Werte sind stets Schätzung oder rein theoretische Zahlen. Das Suchvolumen ist zudem teilweise untergliedert was bedeutet, das nicht nur das gewählte Keyword mit in die Berechnung bzw. Schätzung einbezogen wird, sondern auch mögliche Kombinationen oder Phrasen. Von daher ist auch wichtig, dass man die Option hat, diese dementsprechend einzustellen, was beispielsweise bei dem Google Adwords Tool mit dem Setting "exakt" vorgenommen wird. Trotzdem bleiben auch dadurch die Zahlen nicht genau allerdings erscheinen diese immerhin realistischer. Ein halbwegs passables Suchvolumen zu ermitteln, an dem man sich orientieren kann, ist oftmals gar nicht so einfach, wie man meinen mag. So ziemlich alle gängigen SEO-Tools haben mit diesem Umstand zu kämpfen, der eine mehr, der andere weniger. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies in naher Zukunft ändern dürfte, ist eher als gering einzuschätzen. Wie soll man auch bitte mehrere Millionen Suchbegriffe mit realem Suchvolumen ermitteln? Dazu müsste man für jedes Keyword entsprechend in den SERPs ranken. Allerdings lässt auf Erfahrungswerte zurückgreifen.

Suchvolumen besser Einschätzen

Unterschiede beim Suchvolumen

Unterschiede beim Suchvolumen

Man kann glücklicherweise selber einiges tun, um das Suchvolumen besser einschätzen zu können. Steht man beispielsweise auf Platz 1 in der Suchmaschine, erhält man lediglich circa 40-60 % aller möglichen Klicks was jedoch auch von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Man kann auch unter diesem Prozentbereich liegen.

Dies liegt daran, dass der Suchende stets mehrere Möglichkeiten zum Anklicken für den Suchbegriff bekommt. Neben der Auflistung der Top 10, wobei Titel und eventuell auch die Beschreibung gewissen Einfluss haben, fallen noch die Adwords Anzeigen, Einblendungen der Bilder, News und Videos ins Gewicht und stellenweise Google Maps. Darüber hinaus kann der Suchende seine Auswahl noch weiter verfeinern (Shopping, News, Blogs etc.) und erhält dadurch wiederum andere Ergebnisse. Dementsprechend variiert dann auch das tatsächliche Suchvolumen, es steht in direkter abhängig mit den oben aufgeführten Einblendungen.

Mit den Google Webmaster Tools ist es seit ein paar Monaten ebenfalls möglich, das Ganze ein wenig besser ermitteln zu können. Hierzu lohnt es sich zuweilen, einen genauen Blick bei den Suchanfragen vorzunehmen. Generell ist dieser Bereich der Webmaster Tools als hilfreich anzusehen und kann durchaus zur Optimierung einer Seite herangezogen werden. Ich persönlich habe schon einige gute Erfahrungen damit gemacht, ein wenig Geduld voraus gesetzt. Um in den Webmaster Tools bezüglich der Suchanfragen nicht in die Irre geführt zu werden, empfiehlt es sich diese Hilfestellung vorher durchzulesen. Praktischerweise werden bei den Webmaster Tools auch gleich die jeweiligen Unterseiten mit angeführt. Dennoch sollte man nicht immer alles glauben, was man angezeigt bekommt. Zumindest nicht ungefiltert oder gar ungeprüft. Am besten sind natürlich wahrheitsgemäße Werte, diese erhält man allerdings nur wenn man Zugriff auf die Daten eines auf Platz 1 positionierten Keyword hat. Ist dies der Fall, unbedingt über längeren Zeitraum tracken, analysieren und sich mal anschauen, was auf der Suchergebnisseite von Google dabei alles angezeigt wird. Daraus lässt sich so manches ableiten und vor allem lernen.

Mehr Nutzen aus dem Suchvolumen entnehmen

Bisweilen kann ein hohes Suchvolumen auch ein Indiz auf eine gewisse Bandbreite an vorhandenen Nischen sein. Die meisten kennen dies bestimmt, zu einem Keyword wird überraschenderweise ein unerwartet hohes Suchvolumen angezeigt. In einigen Fällen kann man sich das schlicht nicht vorstellen, dass es dermaßen viele Suchanfragen zu einem relativ unbedeutenden Begriff geben soll. In solchen Situationen starte ich meistens eine kurze Keyword Recherche, welche mir dann mögliche Kombinationen liefert. Wird neben dem angezeigten Suchvolumen noch Daten der Trendanalyse anzeigt, kann sich ein genaues Hinschauen schon mal lohnen. Zahlreiche Keyword Recherche Tools beziehen unter anderem eben diese Daten mit ein, nicht ohne Grund. Eine Garantie für tatsächliche Treffer gibt es dennoch nicht aber es ermöglicht eine wesentlich schnellere als auch bessere Einschätzung.

Das Suchvolumen ist für mich ein ziemlich wichtiger Indikator, wenn es um die Optimierung einer Seite handelt und ebenso bei der Keyword Recherche. Allerdings kann auch ein kleines Suchvolumen sehr lohnenswert sein, wenn das jeweilige Keyword beispielsweise eine Kaufabsicht offenbart. Es ist oftmals ein Balanceakt zwischen Volltreffer und „Griff ins Klo“ der zumeist erst viel später aufgedeckt wird und dann ist es natürlich besonders ärgerlich. Deswegen sollte man das Suchvolumen im Vorfeld so gut, wie es eben geht, versuchen einzugrenzen um nicht am Ende anstatt der vorgegaukelten 10000 Besucher am Tag, lediglich 20 Besucher im Monat zu gewinnen. Erfahrene SEOs wissen damit umzugehen und verlassen sich hier eben nicht nur auf Tools. Ein Vorteil, den man wohl erst im Laufe der Jahre sich aneignen kann. Darum beneide ich diese Leute denn Fehlgriffe ärgern mich natürlich sehr und kommen immer wieder mal vor.

Ein Kommentar zu Suchvolumen besser einschätzen

  • Daniel sagt:

    Jeder wird irgendwann mal ins Klo greifen, ich habe zwei Jahre für ein Key im Finanzbereich optimiert und bin mit zwei Seiten auf Platz 1 und 2, nur die konvertieren nicht. Was ich jedem empfehlen würde:

    Für jede Recherche ein eigenes Sheet erstellen, und Google mit allen Suchparametern quälen. Somit erkennt man gleich, ob es leicht oder eine Mammut Aufgabe wird.