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Vorsicht beim Linkaufbau mit Themes

In diversen SEO Blogs und Foren wird oftmals über gezieltem Linkaufbau diskutiert. Dabei wird unter anderem auch immer wieder das Anbieten von Themes sowie Templates mit entsprechendem Footer Link genannt. Viele halten das für eine tolle Möglichkeit und preisen diese somit auch an. Das Linkaufbau mit Themes aber schnell negative Folgen haben kann, wird zumeist nicht erwähnt. Ich habe diesbezüglich auch einige Erfahrungen gesammelt und anhand dieses Artikels, will ich auf die nicht zu unterschätzenden Gefahren hinweisen.

 

Linkaufbau mit Themes

Linkaufbau mit Themes

Die meisten wissen, dass ich auf wp-zone.de seit knapp 2 Jahren ein paar kostenlose WordPress Themes anbiete. Das sind keine besondere Themes, eher Standard Dinger ohne großen Schnickschnack. Erstellt werden diese Themes mit Artisteer und mein Hintergedanke war sicherlich nicht Linkaufbau. Es macht halt Spaß und ich will meinen Lesern etwas mehr anbieten als nur Artikel.

Die positiven Effekte in Form von dem ein oder anderem Backlink sind da natürlich ein schöner Nebeneffekt. Gute Backlinks via Themes zu erhalten, das ist, um es mal vorwegzunehmen, eher selten. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Man muss wirklich höllisch aufpassen was man an Themes raus gibt ansonsten entwickelt sich da eine ganz böse Sache, über die man binnen kürzester Zeit, keine Kontrolle mehr hat. Im Folgenden ein paar Beispiele, die mir teilweise selber schon wiederfahren sind und Schaden verursacht haben.

Links auf Nofollow, entfernt oder ersetzt

Natürlich wird mein Link im Theme gerne gelöscht oder auf NoFollow gesetzt. In neun von zehn Fällen sind dafür irgendwelche kleine SEOs verantwortlich. Man geht also komplett leer aus, es sei denn, man versendet eine E-Mail und weist freundlich aber bestimmt auf die Nutzungsbedienungen und das Urheberrecht hin. Meist kommen dann keine oder unfreundliche Antworten zurück und der Betreiber nimmt dann ein anderes Theme, wo der Link zum Urheber ebenfalls wieder entwertet wird. Eine Nummer härter sind dann die Typen, die den Footerlink einfach gegen den eigenen austauschen und so auf ihre Seite oder Projekt verlinken lassen. Das sind dann oftmals irgendwelche kleine Hoster oder vergleichbare Unternehmen. Ist mir nun zum wiederholten Male (3. oder 4.?) passiert und beim letzten Mal habe ich mir die E-mail gleich gespart und meinen Anwalt den Schreibkram überlassen. Irgendwo gibt es auch bei mir Grenzen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass wenn man nicht mit dem Footerlink und dem passenden Keyword übertreibt, dies auch viel eher vom Benutzer akzeptiert wird und der Footer unangetastet bleibt.

Link OK – Blog nicht

Wer blindlings ein paar Themes veröffentlicht, die kein ausgewähltes bzw. festgelegtes Thema aufweisen, kann sich sehr schnell über ein paar fette Links von irgendwelchen dubiosen Warez oder Porno Seiten erfreuen. Egal wie etabliert euer Blog ist, egal wie viele tolle Backlinks auf eueren Blogs bereits verweisen, die schlechten Links spürt ihr auf jeden Fall. Die Rankings wackeln immer, eben solange wie diese Links aus der „Bad Neighborhood“ auf eure Seite verlinken. Konntet ihr vorher noch stabile Rankings verzeichnen, so werden diese nun sicherlich mal zappeln. Komplett abstürzen wird euer Blog nicht aber es erschwert den eigenen Linkaufbau ungemein.

Linkverkauf

Ein Ärgernis ist der Linkverkauf, der im Footer stattfindet und dies kann in zweierlei Hinsicht ziemlich problematisch werden. Wer auf die doofe Idee kommt, dies mit seinen oder fremden Themes zu veranstalten, kann unter Umständen schnell mal aus dem Index gekegelt werden oder anderweitig von Google bestraft werden. Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und so eine Steilvorlage wird da natürlich gerne angenommen. Wie sensibel beispielsweise Google darauf reagiert, konnte man in jüngerer Vergangenheit ja bereits erleben. Denunzianten haben eben zurzeit Hochkonjunktur.

Ebenfalls problematisch wird es, wenn der Nutzer vom Theme mit Linkverkauf anfängt und eben diese Links in den Footer setzt. Denn euer Link sitzt dort auch und schon hängt ihr mit drin, obwohl ihr nichts damit zu tun habt. Da kann man nur noch hoffen das dies keiner bemerkt oder falsch interpretiert.
Bittet den Seiten Betreiber darum, euren Link woanders zu setzen (Blogroll) oder erlaubt ihm Notfalls die Entfernung eures Links. Lieber auf einen Backlink verzichten als in Gefahr laufen, eine Abstrafung seitens Google zu erhalten. Ihr habt allerdings auch die Option, in den Nutzungsbedienungen darauf hinzuweisen, dass der komplette Footer nicht verändert werden darf. Daran hält sich aber kaum jemand.

Worst Case Szenario

Der schlimmste Fall ist aber folgender. Jemand verwendet euer Theme, packt zusätzlich 2-3 bezahlte Links in den Footer und codiert das Ganze inklusive eurem Link. In dem Fall habt ihr ein echtes Problem und da gilt es, sofort zu handeln. Ihr dürft da auch nicht zimperlich vorgehen. Es ist immens wichtig, das ihr auch die Download Quelle vom modifizierten Theme findet und löschen lasst, bevor sich dieses Theme noch weiter verbreiten kann. Die Hoster reagieren in der Regel auf solche Angelegenheiten glücklicherweise sehr schnell. Also unbedingt auch daran denken! Ansonsten kann es vorkommen, das euer Theme irgendwo auf einer schwarzen Liste auftaucht, bekannte Blogs darüber berichten und ihr letzten Endes alles in die Schuhe geschoben bekommt. Das ist einem befreundetem Blogger kürzlich passiert und die Geschichte hat erheblichen Schaden verursacht.

Tipps

Trotz alledem kann man mit Themes einen gezielten Linkaufbau betreiben. Dazu sollte man folgende Dinge beachten.

– Bietet das Theme nur auf dem Projekt bzw. Blog an, das davon profitieren soll. Ein Template was auf einem WordPress Themen Blog angeboten wird aber einen Link zu einem iPad Blog enthält, verursacht oft gelöschte oder entwertete Footerlinks.

– Maximal nur ein Link mit relativ harmlosen Keyword (Finanzen, Versicherungen Keywords usw. werden kaum akzeptiert oder schnell gelöscht).

– Den Footer in keinem Fall codieren!

– Keine verkauften Links in den Footer einbauen!

– Optik vom Theme sollte einen Bezug zum gewünschten Thema haben. Neutrale oder minimale Themes können schnell unerwünschte Links zufolge haben. In dem Header entsprechende Grafiken zu verwenden ist gutes Mittel um dies zu unterbinden.

– Footerlink sollte idealerweise auf die Startseite oder Download Quelle vom Theme verweisen. Bei Letzterem wird auch eine Unterseite von den Nutzern akzeptiert.

– Fair bleiben oder anders gesagt, einfach nicht übertreiben oder zu gierig werden!

Linkaufbau mit Themes ist lange nicht so einfach, wie sich das einige vorstellen oder versuchen darzustellen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eigene Templates und Themes zu erstellen und diese kostenlos anzubieten. Wer auf massenweise frische oder gute Backlinks hofft, wird schnell enttäuscht werden denn die Konkurrenz ist groß und die Gefahr, dass etwas komplett in die entgegengesetzte Richtung läuft, ist nicht gerade klein. Zudem muss man diese Backlinks auch immer im Auge behalten und aufpassen, dass man nicht von den falschen Seiten verlinkt wird. Letztendlich lohnt sich so etwas nur, wenn man dies in Ruhe und ohne große Hintergedanken betreibt. Für mich ist das mehr ein kleiner Anreiz für meine Leser und Besucher, daher fahre ich dementsprechend auch ganz gut damit. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass man beispielsweise mit ausgewählten Artikelverzeichnissen bessere Ergebnisse erzielen kann. Dazu aber ein ander mal mehr.